Briesnitz

( Brzeźnica )
 Titelbild

Aktuelles Kreis Crossen/Oder
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Gasthof
Gutshaus
Briesnitz liegt ca.7 km südöstlich von Crossen.

Von Crossen kommend, fährt man auf der Chaussee in Richtung Grünberg.
Nach 5 km - der Rusdorfer Berg ist erklommen - gelangt man an einen Verkehrskreisel.
Dort nimmt man die zweite Ausfahrt und nach weiteren 2 km ist Briesnitz erreicht.

Briesnitz hatte bei der letzten Volkszählung   im Jahre 1939       210 Einwohner   und gehörte zum Amtsbezirk Beutnitz.

Briesnitz - ein kleines Dorf mit Rittergut, lag eingebettet im freundlichen Bobertal, nicht sehr weit von dessen Einmündung in die Oder bei Crossen.

Der starkströmende Fluß bildete nach Süden in sanfter Rundung die Grenze des schönen Naturparks, an dessen Nordseite Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude im geruhsamen Vierkant von altershohen Pappeln, Akazien und Kastanien beschirmt lagen.

Dann stieg das Gelände, Eisgeschiebe und Dünengebilde aus grauer Vorzeit an. Meist reichten die Gutsschläge bis zum Dorf hinab. Nur gegen Nordwesten hin grenzten an die Gärten der wenigen Bauern- und Kätnergehöfte auch deren Äcker, die auf der Höhe etwa nach zwei Kilometern zum Rand der eigentlichen Bauernheíde.


  • zur Geschichte des Ortes

Leider ist die Vergangenheit von Briesnitz geschichtslos, d.h. über den Ursprung des Dorfes liegen keinerlei schriftliche Quellen vor.

Gegründet wurde Briesnitz wahrscheinlich im 16. Jahrhundert als Bauernhofsiedlung. 1589 wurde Friedrich von Rabenau als Gutsbesitzer erwähnt.


In der Klassifikation 1718/19 wird Briesnitz wie folgt erwähnt:

In Briesnitz waren die Besitzer des Gutes der Kornett Maximillian Willhelm von Rabenau und Wilhelm Ferdinand Lichnowsky von Wachitz (Wachowitz oder auch Woschütz).

Die 8 Gärtner des Ortes waren Jakob Kupsch, Matthias Kusche, Hans Hohne, Balthasar Francke, David Schultz, Christoph Kayser, Hans Grasse, Martin Troppe.

Die 5 Büdner hießen: Hans Woyte, Georg Wentzky, Hans Gurgelt, Friedrich Richter, Hans Teichert.


Zur Wassermühle gehörte eine Hufe Land.

Der Acker war mittelmäßig, doch bergig und sandig.

Das Gut fuhr 36 Fuder, die Gärtner je 2 Fuder Heu ein.

Auch die Weide und die Viehzucht waren mittelmäßig, doch knapp, weil der am Bober gelegene Teil der Weide zu Wiesen und Teichen gemacht wurde.

Auf einer Bauernhufe konnten 2 Pferde, 2 Ochsen, 3 Rinder, 3 Schweine und 3 Gänse gehalten werden.

Einen Krüger gab es nicht im Ort. Ein Büdner holte zuweilen 1 Tonne Bier aus Crossen zum Ausschank.

Auf den 6 ⅚ Hufen setzt die Herrschaft von Zeit zu Zeit Gärtner und Büdner an, ium mehr Untertanen zu erhalten.


Im Bratring 1806 steht geschrieben:
Briesnitz war im Jahre 1806 ein Dorf mit Gut - es gehörte der Witwe von Pförtner.
Es hatte 9 Ganz-Kossäten, 4 Halb-Kossäten, 2 Büdner und 7 Einlieger. 1 Schmiede, 1 Ziegelei u. 2 Wassermühlen.
Briesnitz hatte 1806:  20 Feuerstellen u. 167 Einwohner. Briesnitz war nach Gersdorf eingepfarrt.

 


In der “Topografischen Übersicht des Reg.Bez. Frankfurt/Oder” aus dem Jahre 1844 erscheint:
  • Briesnitz war ein Dorf mit Rittergut, dem Leutnant Riedel gehörend. 1 Ziegelei.
    es hatte 28 Wohngebäude und 209 Einwohner,
    es war eingepfarrt nach Gersdorf.
  • Aumühle war eine Wassermühle zu Briesnitz mit 2 Häusern u. 14 Einwohnern.

Für das Jahr 1852 werden genannt:
  • Briesnitz war ein Dorf mit Rittergut und 1 Ziegelei.
    es hatte 224 Einwohner.
  • Aumühle war eine Wassermühle zu Briesnitz, Fritschendorf u. Deutsch-Sagar mit 17 Einwohnern.


Im Riehl und Scheu "Berlin und die Mark Brandenburg …" von 1861 wird geschrieben:
  • Briesnitz war ein Dorf mit Rittergut - gehörend einem Herrn Riedel und eingepfarrt zu Gersdorf. Es hatte 30 Wohngebäude und 221 Einwohner.
  • Aumühle war eine Wassermühle zu Briesnitz mit 2 Wohngebäuden und 10 Einwohnern.
  • Hockenow war ein Vorwerk zu Briesnitz 1 Wohngebäude mit 14 Einwohnern.
  • Ziegelei hatte ein Wohngebäude mit 7 Einwohnern.



  • Das Rittergut in Briesnitz

Schloß
Das Rittergut in Briesnitz hat sehr oft den Besitzer gewechselt. 1589 wurde Friedrich von Rabenau als Gutsbesitzer erwähnt. In der Klassifikation von 1718/19 wurden neben von Rabenau auch von Wachitz aufgeführt.
Im Jahre 1806 wird die Witwe von Pförtner als Besitzer genannt.

Im Jahre 1814 war es Staatseigentum.
1830 wurde es vom General der Kavallerie Wilhelm Leopold von Dobschütz aufgekauft, um 1845 zum Staatseigentum zurückzukehren.

Ab 1863 war es im Besitz von Karl Riedel und nach 1870 hatte es ein gewisser Rätzell.

Ab 1910 gehörte das Anwesen Emil Zemke.

Ab Jahr 1925 war die Familie Sanne der Eigentümer.
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      Briesnitzer Schloß im Jahre 2010
      Seit 2007 nicht mehr benutzt. Es wurde verkauft.

Das Schloß wurde in den Jahren 1907-1908 im eklektischen Stil auf einem rechteckigen Grundriss erbaut. Eklektik heißt, von der Kunst aller Arten die Elemente zu borgen, mit denen wir den Stil des neuen Gebäude, das wir planen, perfektionieren können.

Es ist ein zweistöckiges Gebäude mit Mansardendach auf einem hohen Untergeschoss. Über dem Gebäude befindet sich ein deistöckiger Turm mit einer Kuppel.

Nach 1945 befand sich im Briesnitzer Schloss das Garnisonskommando der sowjetischen Armee. In den 1950er Jahren wurde das Schloß für soziale Zwecke ausgewiesen und bis 2007 als Altenpflegeheim genutzt.

Bis jetzt hat das Gutsschloß in gutem Zustand überlebt.
Das Ensemble besteht aus:

  • einem Landschaftspark mit einer Fläche von 10 ha,
  • einem Nebengebäude,
  • zwei Scheunen,
  • einem Kutschenstall,
  • einem Gärtnerhaus mit einem Gewächshaus.



    • Die alte Heerstraße – auf der Friedrich der Große nach Schlesien zog - führte nach Briesnitz

    Auf dem Crossener Marktplatz bestieg Friedrich II. am 16. Dezember 1740 seinen Schimmel und begann von hier aus den Ersten Schlesischen Krieg.
    Zu dieser Zeit gab es noch keine „Kunststraßen“ - die Anlegung der Chaussee Berlin - Breslau (F5) erfolgte erst in den Jahren 1819-1821, und die Chaussee nach Guben (F97) wurde in den Jahren 1860-1865 erbaut.

    Also zur Zeit Friedrich des Großen führte der Weg von Crossen nach Schlesien auf dem Steinweg entlang in Richtung Deutsch-Sagar (Boberhöh) an den Häusern am Richthofenweg vorbei über den ehemaligen Crossener großen Exerzierplatz auf die alte Heerstraße, die über die Rusdorfer Höhen nach Briesnitz führte. Ungefähr in der Mitte des Exerzierplatzes stand rechts von dieser Heerstraße, von einem Akazienwäldchen umfriedet, ein Denkstein, der an Friedrich den Großen erinnerte.

    Dieser Gedenkstein - ein hoher granitener Findling – wurde am 17. August 1907, dem Todestage des großen Königs, enthüllt. Der etwa 1 m hohe, granitene Findling war auf zwei Seiten glatt behauen und trug auf der Vorderseite die Inschrift:

    „König Friedrich der Große begann seine Heldenlaufbahn auf dieser uralten Heerstraße
    und zog dieselbe oft noch im Kampfe gegen eine Welt in Waffen. 1740, 1756-63.“

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          Briesnitzer Frauen bein Federnschleißen
    Die Rückseite trug den Ausspruch:

    „immer auf dem Posten!“. (toujours en vedette)

    Als Fundament gleichsam umgab den Denkstein in einem Quadrat von 4 × 4 m eine wetterfeste Terrazzoplatte, die vorn noch den preußischen Adler zeigt mit der Unterschrift:

    „Nec soli cedit – er weicht der Sonne nicht!“

    Die Umgitterung aus hohlen Eisenholmen war schon zu deutscher Zeit zerfallen, ebenso waren die den ganzen Platz umsäumenden Akazienbäumchen längst verwildert.

    Doch alles ist vergänglich!

    Als Webmaster erinnere ich mich, dass der Exerzierplatz zwar noch als Namen existierte, aber nicht mehr vom Militär benutzt wurde. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges wurden dort Wehrmachts-LKWs auf „Holzgas“ umgerüstet, da Benzin und Diesel knapp wurden.

    Die alte Heerstraße in Richtung Briesnitz existierte zwar noch als breite Schneise im Wald, aber von den Fahrzeugen und Pferdegespannen wurde sie nicht mehr benutzt

    .

    • Briesnitz - Infrastruktur

    Ausschnitt aus der Kreiskarte
          Einwohnerbuch 1926
    Ausschnitt aus der Kreiskarte
          Einwohnerbuch 1926

    Die Heimatliteratur für den Kreis Crossen/Oder liefert leider keinerlei Ereignisse aus dem Dorfleben in Briesnitz.

    Dem Webmaster stand deshalb für Briesnitz nur noch das "Einwohnerbuch des Kreises Crossen/Oder - Ausgabe 1926" zur Verfügung.
    Die darin enthaltenen Angaben werden nebenstehend ausführlich wiedergegeben.  ⇒

      Achtung!

    Briesnitz war ein stilles Dorf. Weitere Ansichtskarten von Briesnitz sind uns unbekannt.
    Kann es sein, dass überhaupt keine weiteren Ansichtskarten von Briesnitz existieren?
    Wir konnten bisher auch keine schriftlichen Ausarbeitungen (Einwohnerverzeichnisse usw.) finden.
    Deshalb haben wir eine große Bitte an die Besucher dieser Web-Seite:
    Bitte, horchen Sie sich um!      Melden Sie sich im Ja-Falle bei uns!



    Für interessierte Leser, die im Einwohnerbuch nach ihren Vorfahren suchen,ein kleiner Hinweis:

    1. Doppelklick auf das Einwohnerbuch von Briesnitz (Rechts) → das Einwohnerbuch wird geöffnet.
    2. Danach sollte man die Schriftgröße im Einwohnerbuch entsprechend verändern: (bei gedrückter Strg-Taste ist das Mausrad zu drehen!)


    • Briesnitz - ab Jahr 1945

    AuMühle
    Briesnitz ist von Krlegszerstörungen nahezu verschont geblieben. Die Aumühle wurde von Polen in Betrieb gehalten. Nach der Ernte 1945 wurde sämtliches Vieh aus dem Dorf weggetrieben. Die Einwohnerschaft, soweit sie geblieben oder zurückgekehrt war, wurde 1947 von den Polen ausgewiesen.

    Die Aumühle in Briesnitz war auch für uns in Boberhöh die zuständige Getreidemühle. Mein Vater ließ dort sein Getreide mahlen, das dafür erhaltene Mehl wurde auf dem Rückwege beim Bäcker Streit abgeliefert. Von Streits durfte ich unser tägliches Brot abholen. Ein Brot kostete 16 Pfg. Backgeld (1 Groschen, 1 Sechser und 1 Pfennig).

    Heute wird sie „Stary Mlyn (Alte Mühle)“ genannt. Von einer sehr solide restaurierten früheren Mühle, ist sie zu einer wunderschönen Gaststätte mit einer Pension umgebaut worden.
    Auch der geschmackvolle Außenbereich der Mühle ist sehr beeindruckend. Mehr als ein Jahrzehnt benötigten die heutigen Eigentümer für den Umbau, um die „Aumühle“ mit EU-Mitteln so herzurichten. Die Inhaberin der Gaststätte begrüßt die deutschen Gäste in der deutschen Sprache.
    Die Adresse für die ehemalige Aumühle lautet:

    „Stary Mlyn“
    Mlynska 1,
    66-615 Brzeznica, Polen
    Telefon: +48 501 722 189

      Änd 29.07.2019
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